Editorial-Orientierung von MedAPI — kein Bestandteil der Kodieranweisung.
C16 umfasst primäre bösartige Neubildungen des Magens. Die Unterkategorien differenzieren nach anatomischer Lokalisation, etwa Kardia, Fundus, Corpus, Antrum, Pylorus sowie kleine oder große Kurvatur. Überlappende beziehungsweise nicht näher bezeichnete Lokalisationen werden gesondert abgebildet.
Häufige Histologien
- Adenokarzinom, mit Abstand häufigste Histologie
- Intestinaler oder diffuser Typ nach Laurén, einschließlich siegelringzelliger beziehungsweise schlecht kohäsiver Karzinome
- Seltener adenosquamöse, Plattenepithel- oder undifferenzierte Karzinome
Gastrointestinale Stromatumoren, neuroendokrine Neoplasien und Lymphome des Magens unterscheiden sich biologisch und therapeutisch deutlich vom klassischen Adenokarzinom; ihre histologische Einordnung ist daher wesentlich.
Häufige Symptome
Frühe Stadien können asymptomatisch sein. Mögliche Beschwerden sind:
- Oberbauchschmerzen oder dyspeptische Beschwerden (R10.1)
- Frühes Sättigungsgefühl (R63.8) oder Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust (R63.0)
- Übelkeit (R11), Erbrechen (R11), oder Dysphagie bei kardianaher Lage (R13.9)
- Eisenmangelanämie (D50.9), okkulte Blutung (R19.5), Hämatemesis (K92.0), oder Meläna (K92.1)
- Leistungsminderung (R53.9)
- Bei fortgeschrittener Erkrankung: Magenausgangsstenose (K31.18), Aszites (R18), oder tastbare Lymphknoten (R59.9)
Diagnose
Die diagnostische Grundlage ist die Ösophagogastroduodenoskopie mit multiplen Biopsien zur histopathologischen Sicherung. Die Befundung sollte Histologie, Differenzierung und gegebenenfalls relevante Biomarker erfassen.
Zur Ausbreitungsdiagnostik werden typischerweise kontrastmittelgestützte CT-Untersuchungen von Thorax, Abdomen und Becken eingesetzt. Die Endosonografie kann bei potenziell frühen oder lokal begrenzten Tumoren die Beurteilung der Wandinfiltration und regionären Lymphknoten unterstützen. Vor kurativer Therapie lokal fortgeschrittener Tumoren kann eine diagnostische Laparoskopie mit Peritonealzytologie zum Nachweis okkulter peritonealer Aussaat sinnvoll sein.
Stadieneinteilung
Die Stadieneinteilung erfolgt nach TNM und berücksichtigt:
- T: Tiefe der Invasion durch die Magenwand und Befall benachbarter Strukturen
- N: Zahl befallener regionärer Lymphknoten
- M: Fernmetastasen
Häufige Metastasierungsorte sind Leber, Peritoneum, nichtregionäre Lymphknoten, Lunge und Knochen. Das Stadium bestimmt wesentlich, ob ein endoskopischer, chirurgisch-kurativer, multimodaler oder palliativer Behandlungsansatz infrage kommt.
Molekulare Marker
Bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Adenokarzinom können insbesondere folgende Marker therapierelevant sein:
- HER2-Status
- PD-L1-Expression, häufig als Combined Positive Score
- Mikrosatelliteninstabilität beziehungsweise Mismatch-Reparatur-Defizienz
- Claudin-18.2-Expression
- In ausgewählten Situationen weitere genomische Veränderungen, etwa NTRK-Fusionen
Die Interpretation richtet sich nach Histologie, Krankheitsstadium, verfügbarem Testverfahren und aktueller Therapieleitlinie.
Häufige Behandlungen
Die Behandlung hängt von Lokalisation, Histologie, TNM-Stadium, Biomarkerprofil, Resektabilität und Allgemeinzustand ab.
- Endoskopische Resektion bei ausgewählten sehr frühen, auf die Mukosa begrenzten Tumoren
- Subtotale oder totale Gastrektomie mit adäquater Lymphadenektomie bei resektablen Tumoren
- Perioperative systemische Chemotherapie bei geeigneten lokal fortgeschrittenen Adenokarzinomen
- Definitive oder ergänzende Radiochemotherapie in ausgewählten klinischen Situationen
- Palliative systemische Therapie mit Chemotherapie sowie biomarkerabhängig zielgerichteter Therapie oder Immuntherapie
- Symptomorientierte Maßnahmen, etwa Blutungsbehandlung, Stentversorgung oder operative Entlastung bei Obstruktion sowie Ernährungs- und Schmerztherapie
Scope Note
C16 kodiert die anatomische Primärlokalisation einer bösartigen Neubildung im Magen; die Unterkategorien präzisieren den betroffenen Magenabschnitt. Der Code beschreibt nicht die Histologie, den Differenzierungsgrad, das TNM- oder klinische Stadium, molekulare Marker, Resektabilität oder Therapie. Sekundäre beziehungsweise metastatische Tumorabsiedlungen im Magen sind nicht als primäre Magenneubildung unter C16 zu verstehen und werden nach den hierfür vorgesehenen Kategorien kodiert. Metastasen eines primären Magenkarzinoms an anderen Organen sind ebenfalls gesondert abzubilden.