F44.2ICD-10-GM 2026
Dissoziativer Stupor
Geschwistercodes
F44.0– Dissoziative AmnesieF44.1– Dissoziative FugueF44.3– Trance- und BesessenheitszuständeF44.4– Dissoziative BewegungsstörungenF44.5– Dissoziative KrampfanfälleF44.6– Dissoziative Sensibilitäts- und EmpfindungsstörungenF44.7– Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen], gemischtF44.8– Sonstige dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]F44.9– Dissoziative Störung [Konversionsstörung], nicht näher bezeichnet
Exklusion
Definition
- Dissoziativer Stupor wird aufgrund einer beträchtlichen Verringerung oder des Fehlens von willkürlichen Bewegungen und normalen Reaktionen auf äußere Reize wie Licht, Geräusche oder Berührung diagnostiziert. Dabei lassen Befragung und Untersuchung keinen Anhalt für eine körperliche Ursache erkennen. Zusätzliche Hinweise auf die psychogene Verursachung geben kurz vorhergegangene belastende Ereignisse oder Probleme.
Vererbt von F44: Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]
Inklusion
- Hysterie
- Hysterische Psychose
- Konversionshysterie
- Konversionsreaktion
Exklusion
- Simulation [bewusste Simulation]
Z76.8
Definition
- Das allgemeine Kennzeichen der dissoziativen oder Konversionsstörungen besteht in teilweisem oder völligem Verlust der normalen Integration der Erinnerung an die Vergangenheit, des Identitätsbewusstseins, der Wahrnehmung unmittelbarer Empfindungen sowie der Kontrolle von Körperbewegungen. Alle dissoziativen Störungen neigen nach einigen Wochen oder Monaten zur Remission, besonders wenn der Beginn mit einem traumatisierenden Lebensereignis verbunden ist. Eher chronische Störungen, besonders Lähmungen und Gefühlsstörungen, entwickeln sich, wenn der Beginn mit unlösbaren Problemen oder interpersonalen Schwierigkeiten verbunden ist. Diese Störungen wurden früher als verschiedene Formen der "Konversionsneurose oder Hysterie" klassifiziert. Sie werden als ursächlich psychogen angesehen, in enger zeitlicher Verbindung mit traumatisierenden Ereignissen, unlösbaren oder unerträglichen Konflikten oder gestörten Beziehungen. Die Symptome verkörpern häufig das Konzept der betroffenen Person, wie sich eine körperliche Krankheit manifestieren müsste. Körperliche Untersuchung und Befragungen geben keinen Hinweis auf eine bekannte somatische oder neurologische Krankheit. Zusätzlich ist der Funktionsverlust offensichtlich Ausdruck emotionaler Konflikte oder Bedürfnisse. Die Symptome können sich in enger Beziehung zu psychischer Belastung entwickeln und erscheinen oft plötzlich. Nur Störungen der körperlichen Funktionen, die normalerweise unter willentlicher Kontrolle stehen, und Verlust der sinnlichen Wahrnehmung sind hier eingeschlossen. Störungen mit Schmerz und anderen komplexen körperlichen Empfindungen, die durch das vegetative Nervensystem vermittelt werden, sind unter Somatisierungsstörungen (
F45.0) zu klassifizieren. Die Möglichkeit eines späteren Auftretens ernsthafter körperlicher oder psychiatrischer Störungen muss immer mitbedacht werden.
Teil von: F44: Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen] › F40-F48: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen › V: Psychische und Verhaltensstörungen