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C34 umfasst primäre bösartige Neubildungen der Bronchien und der Lunge. Klinisch werden vor allem nichtkleinzellige Lungenkarzinome (NSCLC) und kleinzellige Lungenkarzinome (SCLC) unterschieden. Tabakrauch ist der wichtigste Risikofaktor; weitere Risiken sind unter anderem Radon, berufliche Expositionen wie Asbest sowie eine vorbestehende Lungenerkrankung. Lungenkarzinome können jedoch auch bei Personen ohne relevante Rauchvorgeschichte auftreten.
Häufige Histologien
- Adenokarzinom, häufig peripher gelegen
- Plattenepithelkarzinom, oft zentral bzw. bronchusnah
- Großzelliges und andere seltene NSCLC-Subtypen
- Kleinzelliges Lungenkarzinom mit typischerweise raschem Wachstum und früher Metastasierung
- Seltenere Formen, darunter adenosquamöse und sarkomatoide Karzinome
Häufige Symptome
Frühe Tumoren können asymptomatisch sein und als Zufallsbefund auffallen. Mögliche Beschwerden sind:
- Neu aufgetretener oder veränderter Husten (R05)
- Hämoptysen (R04.2)
- Dyspnoe (R06.0), Thoraxschmerz (R07.4), oder rezidivierende Pneumonien (J18.9)
- Heiserkeit (R49.0), Gewichtsverlust (R63.4), Fatigue (R53.9), oder Leistungsminderung (R53.9)
- Pleuraerguss oder Zeichen einer oberen Einflussstauung (J90)
- Symptome durch Fernmetastasen (C79.9), etwa neurologische Beschwerden (R29.8), oder Knochenschmerzen (R52.9)
- Paraneoplastische Syndrome, beispielsweise SIADH oder Hyperkalzämie (E22.2)
Diagnose
Die Abklärung erfolgt meist mit kontrastverstärkter CT des Thorax und Oberbauchs. PET/CT, MRT des Gehirns und weitere Untersuchungen werden abhängig von Histologie, Stadium und therapeutischer Fragestellung eingesetzt. Die Diagnose erfordert in der Regel eine histologische oder zytologische Sicherung, etwa durch Bronchoskopie, endobronchialen Ultraschall, transthorakale Biopsie, Pleurapunktion oder Biopsie einer Metastase. Eine ausreichende Gewebegewinnung ist für Subtypisierung und Biomarkeranalysen wichtig.
Staging
NSCLC wird nach dem TNM-System anhand von Primärtumor, regionären Lymphknoten und Fernmetastasen eingeteilt. Beim SCLC werden ebenfalls TNM-Stadien verwendet; klinisch ist zusätzlich die Einteilung in begrenzte und ausgedehnte Erkrankung gebräuchlich. Für die Therapieplanung sind insbesondere mediastinaler Lymphknotenbefall, Pleura- oder Perikardbeteiligung und Fernmetastasen relevant.
Molekulare Marker
Bei fortgeschrittenem NSCLC, insbesondere beim nicht-plattenepithelialen Typ, sind molekulare Untersuchungen auf therapeutisch relevante Veränderungen bedeutsam. Dazu können unter anderem EGFR, ALK, ROS1, BRAF, KRAS, MET, RET, NTRK, HER2/ERBB2 und PD-L1 gehören. Der erforderliche Testumfang richtet sich nach Histologie, Erkrankungsstadium, klinischer Situation und aktuellen Leitlinien.
Häufige Behandlungen
- Frühe, operable Stadien: anatomische Resektion mit Lymphknotenbeurteilung; je nach Risiko adjuvante oder neoadjuvante systemische Therapie
- Medizinisch inoperable lokalisierte Tumoren: häufig stereotaktische Strahlentherapie
- Lokal fortgeschrittenes NSCLC: multimodale Behandlung, oft kombinierte Radiochemotherapie mit möglicher anschließender Immuntherapie
- Metastasiertes NSCLC: zielgerichtete Therapie bei passender molekularer Veränderung, Immuntherapie, Chemotherapie oder Kombinationen
- SCLC: überwiegend systemische Chemotherapie mit Immuntherapie; bei begrenzter Erkrankung häufig kombiniert mit thorakaler Bestrahlung
- Supportive und palliative Maßnahmen: Behandlung von Dyspnoe, Schmerzen, Pleuraergüssen, Atemwegsobstruktionen und metastasenbedingten Beschwerden
Scope Note
C34 kodiert die anatomische Lokalisation einer primären bösartigen Neubildung in Bronchus oder Lunge; die Unterkategorien unterscheiden Hauptbronchus, Lungenlappen, überlappende Teilbereiche oder eine nicht näher bezeichnete Lokalisation. Der Code bildet weder Histologie noch molekulare Marker, TNM- bzw. klinisches Stadium, Resektabilität oder Therapieverlauf ab und unterscheidet in den aufgeführten Unterkategorien nicht zwischen rechter und linker Lunge. Sekundäre bzw. metastatische Tumorabsiedlungen in der Lunge sind nicht als C34 zu erfassen, sondern gehören zur entsprechenden Kategorie für sekundäre bösartige Neubildungen.