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C23 bezeichnet eine primäre bösartige Neubildung der Gallenblase. Gallenblasenkarzinome werden häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium oder zufällig nach einer Cholezystektomie wegen vermeintlich gutartiger Gallenblasenerkrankung entdeckt.
Häufige Histologien
- Adenokarzinom, einschließlich biliärer und papillärer Formen
- Seltener adenosquamöses oder Plattenepithelkarzinom
- Seltene neuroendokrine oder undifferenzierte Karzinome
Häufige Symptome
Frühe Tumoren sind oft asymptomatisch. Mögliche Befunde sind:
- Schmerzen oder Druckgefühl im rechten Oberbauch (R10.1)
- Übelkeit (R11) oder Appetitverlust und Gewichtsabnahme (R63.0)
- Ikterus (R17.0), dunkler Urin (R82.9), oder heller Stuhl bei biliärer Obstruktion (R19.5)
- Tastbare Raumforderung oder Zeichen einer fortgeschrittenen hepatobiliären Erkrankung (R19.0)
Diagnose
Die Abklärung umfasst typischerweise Sonografie sowie kontrastverstärkte CT oder MRT/MRCP zur Beurteilung von Gallenblase, Leberinfiltration, Gallenwegen, Lymphknoten und Fernmetastasen. Die definitive Diagnose beruht auf der Histopathologie, häufig nach Cholezystektomie. Bei nicht resektabler oder metastasierter Erkrankung kann vor systemischer Therapie eine Gewebegewinnung erforderlich sein.
Staging
Die TNM-Klassifikation berücksichtigt insbesondere:
- Eindringtiefe in die Gallenblasenwand
- Infiltration der Leber oder benachbarter Organe
- Regionären Lymphknotenbefall
- Fernmetastasen, häufig in Leber, Peritoneum oder entfernten Lymphknoten
Die Resektabilität hängt neben dem TNM-Stadium von Gefäßbeteiligung, Leberausdehnung und Allgemeinzustand ab.
Molekulare Marker
Bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine molekulare Testung therapeutisch relevante Veränderungen erfassen, darunter HER2-Amplifikation oder -Überexpression, MSI-H/dMMR, selten NTRK-Fusionen sowie weitere genomische Alterationen. Das molekulare Profil unterscheidet sich teilweise von intra- und extrahepatischen Gallengangskarzinomen.
Häufige Behandlungen
- Operation: einzige potenziell kurative Therapie; je nach Tumorstadium Cholezystektomie oder erweiterte Resektion mit angrenzendem Lebergewebe und regionärer Lymphadenektomie
- Nachresektion: bei inzidentellem Karzinom kann abhängig von Invasionstiefe, Resektionsrand und Staging eine Nachresektion angezeigt sein
- Adjuvante Therapie: häufig fluoropyrimidinbasierte Behandlung, insbesondere Capecitabin, nach vollständiger Resektion
- Fortgeschrittene Erkrankung: systemische Therapie nach Standards für biliäre Karzinome, häufig Gemcitabin/Cisplatin in Kombination mit Immuntherapie; weitere Chemotherapie oder biomarkergerichtete Behandlung je nach Verlauf und Tumorprofil
- Palliation: endoskopische oder perkutane Drainage bei biliärer Obstruktion sowie symptomorientierte Behandlung
Scope Note
C23 kodiert die anatomische Primärlokalisation Gallenblase. Der Code enthält keine Aussage zu Histologie, Differenzierungsgrad, TNM- oder UICC-Stadium, Resektabilität, molekularen Markern oder Behandlungsstatus. Primäre Malignome der intra- oder extrahepatischen Gallenwege beziehungsweise der Ampulla Vateri gehören nicht zu C23. Metastasen in der Gallenblase oder an anderen Organen sind nicht als primäres Gallenblasenkarzinom zu verstehen und werden über die jeweils zutreffenden Sekundärneoplasie-Codes abgebildet.